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Die Welt ist VUKA!

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von Daniel Hetzer

Warum stellen Unternehmen gerade ihre Strategien völlig auf den Kopf? Die Digitalisierung verändert unsere Welt tiefgreifend. Das Bedürfnis nach individueller Mobilität lösen immer mehr Menschen nicht durch den Kauf oder das Leasing eines eigenen PKWs sondern durch Car Sharing. Statt ein Hotel zu buchen nutzen mehr und mehr Menschen AirBnB und statt auf ein Taxi zu warten fährt man mit dem nächstbesten Autobesitzer mit, den man über Uber erreicht.

Das Gespenst der Disruption macht in der Wirtschaftswelt seit einiger Zeit schon die Runde. Selbst große DAX-Konzerne, wie Daimler, befürchten das Wegbrechen ihres Kerngeschäfts über Nacht. Selbst Hochtechnologie, höchste Qualitätsstandards und Produktivitätsführerschaft schützen, wie die Beispiele von Siemens und General Electric im Bereich Turbinengeschäft für Kraftwerke zeigen, nicht vor Betriebsschliessungen und Stellenabbau.

Nichts ist so gewiss wie die Ungewissheit!

Die Welt ist VUKA geworden: Volatil, unsicher, komplex und ambivalent. VUKA? Der Begriff stammt aus dem Jahr 1990 und wurde ursprünglich von US-Militärs eingeführt, um die Lage nach dem Ende des Kalten Krieges zu beschreiben. Richtig populär wurde er dann mit 09/11 und dem anhaltenden weltweiten Terrorismus. Ähnlich, wie sich die weltpolitische Lage mit dem Verschwinden des Ostblocks verändert hat, verändert sich gerade sehr rasant die Art und Weise, wie wir wirtschaften. Sharing Economy, Plattformökonomie, Künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge oder auch der 3D-Druck haben gravierende Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle der Old Economy, zu der auch ein mittelständisches Maschinenbauunter-nehmen gehört, das sich eben nicht mehr auf 150 Jahre Tradition berufen kann, um eine Daseinsberechtigung zu haben. Schauen wir uns die vier VUKA-Begriffe einmal etwas genauer an.

V – Volatilität

Im allgemeinen meint Volatilität die Schwankung von Zeitreihen. Traditionell wird der Begriff verwendet, um z.B. die Schwankungen an Finanz- und Aktienmärkten zu beschreiben. Aber auch saisonale oder konjunkturelle Bedarfsschwankungen, die sich auf die Produktion auswirken, gehören genannt.

U – Unsicherheit

Unsicherheit wird definiert als der Mangel an Reliabilität und Validität. Obwohl wir immer mehr Daten erfassen, scheint es uns immer weniger zu gelingen, verlässliche Vorhersagen zu Käufer- oder Wählerverhalten zu machen. Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten oder das Referendum zugunsten des Brexits sind bekannte Beispiele hierfür. Für Unternehmen wird es zunehmend schwieriger durch Wettbewerbsanalysen Gefahren für die eigene Marktposition zu erkennen. Kreative und dynamische Startups können mit relativ geringen finanziellen Mitteln und findigen Softwarelösungen ganze Branchen zum Einsturz bringen. Diese hat ein etabliertes Unternehmen oft dann gar nicht auf dem Schirm.

K – Komplexität

Wer heute Entscheidungen trifft, muss immer mehr Variablen und deren Beziehungen zueinander berücksichtigen. So ist es nicht mehr ausreichend, im technischen Vertrieb seine Maschine und die Produkte des Wettbewerbers zu kennen, sondern zunehmend fordern die Einkäufer des Kunden tiefgründige Kenntnisse des Kundenmarktes und des Kundenunternehmens. Nur wer den Kunden seines Kunden kennt und versteht, kann seinem Kunden echte Lösungen verkaufen. Daneben sind Softwarekenntnisse und Kenntnisse im Bereich Big/Smart Data gefragt. Digitalisierung, Globalisierung und der demografische Wandel spielen oft in einer Art und Weise zusammen, die zukünftige Ereignisse und Entwicklungen immer weniger vorhersagbar machen.

A – Ambiguität

Dieser Begriff meint Mehrdeutigkeit. So kann z.B. ein Flügel, ein Klavier, ein Körperteil eines Vogels, ein Bauteil eines Flugzeuges, oder ein Teil eines Gebäudes bezeichnen. Gerade wer sich in interdisziplinären Teams bewegen will, und die Welt von Industrie 4.0 erfordert die Zusammenarbeit von Maschinenbau, Informatik und auch anderer Disziplinen, kennt die Schwierigkeiten, die bestimmte Fachtermini im gegenseitigen Verständnis erzeugen können. Ambiguität meint aber auch die zwei Seiten einer Medaille: So sorgt z.B. die neue Datenschutz Grundverordnung (DSGVO) auf der einen Seite für mehr Datenschutz und auf der anderen Seite erschwert es die vertriebliche Arbeit insbesondere im Bereich der Akquise, da Daten, wie Geburtsdatum, Ansprechpartner war auf den Malediven im Urlaub, etc. nicht mehr ohne das schriftliche Einverständnis der Person gespeichert und verarbeitet werden dürfen. Eine freundliche Karte zum Geburtstag bleibt so womöglich aus und der Beziehungsaufbau erschwert.

Die folgende PESTEL-Analyse zeigt auf, welche Faktoren auf der Makroebene Treiber der VUKA-Welt sind. Die PESTEL-Analyse analysiert Einflussfaktoren der sechs externen Umweltfaktoren eines Unternehmens – Political (Politische), Economical (Ökonomische), Social  (Sozio-Kulturelle), Technological (Technologische), Environmental (Ökologische) und Legal (Rechtliche) Faktoren. Sie arbeitet mögliche Entwicklungen und Trends heraus, die das Unternehmen und seine Strategien in der Zukunft beeinflussen können und ist somit ein wichtiges Management Tool im Strategischen Management.

Unter dem Strich bedeutet VUKA eine Abkehr vom gewohnten Managementdenken.

Immerhin gaben 2017 in einer Studie von managerseminare 67% der Führungskräfte in Deutschland an, ihr Business sei von VUKA betroffen. Nur 28% glauben aber, ihr Unternehmen sei dafür gut aufgestellt. Dennoch sehen fünf von sechs Führungskräften Möglichkeiten, VUKA erfolgreich zu begegnen.

In der nächsten Ausgabe gehen wir dann der Frage nach, welche Ansätze für den Umgang mit VUKA es gibt?

 

 

Political

  • (Rechts-)Populistische Tendenzen in westlichen Industriestaate
  • 7 Parteien im Bundestag und über Jahre eine GroKo, geringe parteipolitische Bindung der Wähler,
  • Fehlende Kontinuität in der US-Außenpolitik (Iran Atomabkommen), Übergehen supranationaler Institutionen und Abkommen,  
  • China als Weltmacht,  
  • 60 Millionen Flüchtlinge weltweit, 
  • ungelöste Regionalkonflikte in Entwicklungs- und Schwellenländern,
  • unvollendeter europäischer Einigungsprozess, Atomausstieg Deutschlands, Islamismus, etc. 
Economical
  • Jahrelange Zinstiefphase,
  • Hohe Verschuldung der Industriestaaten,
  • Niedrige Arbeitslosenquote in Deutschland, hohe Arbeitslosenraten in anderen EU-Staaten,
  • lange Phase des Wirtschaftswachstums in Europa, Marktblasen,
  • Hohe Agrarsubventionen in der EU,
  • Hohe Leistungsbilanzüberschüsse Deutschlands,
  • Hoher Energie- und Ressourcenbedarf,
  • Fachkräftemangel in Deutschland,
  • Plattformökonomie,
  • Dieselskandal, etc.
Social
  • Demografischer Wandel,
  • Migration,
  • Wertewandel – zunehmende Bedeutung der Work-Life-Balance,
  • Sinkendes Ansehen der Haupt- und Realschulen in Deutschland,
  • Verlängerte Lebenszeit,
  • Pflege alter Menschen durch Institutionen,
  • Gentrifizierung in Großstädten,
  • Nutzung digitaler Kommunikationskanäle, etc.
Techno-logical
  • Internet,
  • Künstliche Intelligenz,
  • Virtual und Augmented Reality,
  • 3-D-Druck und additive Fertigung,
  • Autnomes Fahren,
  • Fracking, etc.
Environ-mental
  • Klimawandel,
  • Begrenze Ressourcen,
  • Feinstaubbelastung und Luftverschmutzung in Großstädten,
  • Wasserknappheit,
  • Überdüngung der Böden,
  • Plastikmüll und Mikroplastik in Gewässern,
  • Bioprodukte der Landwirtschaft,
  • Ökologisches Bewusstsein,
  • Atomausstieg,
  • CO²-Ausstoss, etc.
Legal
  • Rechtssicherheit,
  • Verlässlichkeit der Regierungen weltweit,
  • Datenschutzbestimmungen,
  • Mindestlohngesetze,
  • Bestimmungen zur Arbeitssicherheit,
  • Umweltauflagen,
  • Bauvorschriften,
  • Pacta sunt servanda gilt nicht mehr,
  • EU- und Völkerrecht, etc.

Daniel Hetzer

 

Daniel Hetzer

war selbst Führungskraft im Vertrieb und in der Logistik. Heute berät er Unternehmen zu vertrieblichen Fragestellungen  und trainiert Führungskräfte aus verschiedenen Branchen. Seine Botschaft: „Du musst selber brennen, wenn du ein Feuer in deinen Mitarbeitern entzünden willst.“

 

Mehr zu Daniel Hetzer: http://www.kybos-training.de/Ueber-uns/Team/Daniel-Hetzer/

Weitere spannende Artikel finden sich hier:

http://www.kybos-training.de/Aktuelles/Menschen-und-Management/

 


7 Kommentare

  1. cvitocco sagt:

    VUKA geht uns alle an! Die Menschen sind anpassungsfähig und werden sich dieser Herausforderung stellen. Es geht immer weiter…

    Klasse Artikel von meinem Trainer-Kollegen Daniel Hetzer.

  2. Jeffrey Heil sagt:

    Sehr aufschlussreich, vor allem die PESTEL-Analyse zeigt wichtige Einflussfaktoren von VUKA auf und ist als Tool für andere strategische Themen gut anwendbar, z.B. im Key Account Management.

  3. Hat dies auf Kybos-VertriebserfolgmitSystem rebloggt und kommentierte:

    VUKA betrifft auch den Vertrieb. Das Verkaufen muss zum Teil völlig neu erfunden werden.

  4. Vielen Dank Christian Vitocco und Jeffrey Heil für die positiven Feedbacks. Freut mich sehr! 🙂

  5. gheinzelmann sagt:

    Die gute PESTEL-Analyse – wertvolles strategisches Werkzeug um den Umwelteinflüssen eines Unternehmens auf die Spur zu kommen. Gerade in Zeiten der stetigen und ständigen Veränderung ist immer wieder und immer häufiger der Blick auf das was passiert interessant.

  6. wegnerpeter2 sagt:

    Der Artikel hat mich sehr fasziniert da er die Gegenwart sehr technisch darstellt. Was mir fehlt ist die kommunikative Ebene. Technik ist gut digital oder analog, beides hat seine Daseinsberechtigung und sind wichtig aber das alles funktioniert nur wenn wir das zwischenmenschliche nicht vergessen. Die Schlüssel zum Erfolg sind die Psychologie, Kommunikation und Vertrauen. Vergessen wir bei der Digitalisierung nicht den Menschen, denn ohne ihn geht garnichts.

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