Vom analogen zum virtuellen Coaching – das spricht dafür

Von Gabriele H. Heinzelmann

Dass Coaching als Persönlichkeitsentwicklung bereits einen festen Platz in den Unternehmen hat ist unumstritten und darf aus meiner Sicht noch mehr genutzt werden. Ziel des Coachings ist es ein Umdenken anzustoßen, welches neues Handeln ermöglicht.

Jetzt stellt sich die Frage, wenn ich Coaching für die Führungskräfte und Mitarbeiter nutzen möchte und der Coach des Vertrauens zig Kilometer weg wohnt – geht das virtuell?

Ich arbeite mit einem global agierenden Automobilzulieferer in unserer Region zusammen. Bisher wurden dort nur Vorort an Coaching gedacht, da sich das Unternehmen nicht vorstellen konnte auch die virtuelle Plattform zu nutzen.

Wie kam es nun dazu, dass sich das Unternehmen überzeugen lies.

Eine Führungskraft, die bei mir im Coaching ist, reist viel und sehr spontan zu den Werken in aller Welt. Wenn wir einen Coachingtermin vereinbart hatten, konnte es sein, dass dieser kurzfristig abgesagt wurde. Das gefiel der Führungskraft überhaupt nicht, da der Prozess immer wieder ins Stocken kam – mir ging es ebenso.

Es musste also eine Möglichkeit geschafften werden das verabredete Coaching durchzuführen, auch wenn wir nicht physisch anwesend sind.

Wir sprachen darüber und wurden uns schnell einig, dass wir das firmeninterne Konferenzsystem einsetzen um das Coaching, egal wo die Führungskraft sich befindet, konsequent ausführen.

Seither nutzen wir in diesem Zusammenhang auch ad-hoc den virtuellen Channel, was dazu geführt hat, dass viele kleine Elemente noch schneller in die Handlungen eingebunden wurden.

Der Coachee ist sehr glücklich mit der Lösung und hat bereits weitere Kollegen dazu gebracht sich einen virtuellen Coach zu gönnen.

Da wo es Platz hat, sehen wir uns immer persönlich und stimmen gezielt ab, welche Themen wir im virtuellen Raum ansprechen wollen.

Hinzu kam, dass mein Vorschlag, für die virtuelle „kollegiale Fallberatung“ hervorragend angenommen wurde und jetzt bereits einen festen Platz bei der täglichen Arbeit eingenommen hat. Dazu brauchen mich die Führungskräfte nicht mehr – das läuft!

Wenn Sie bisher der Ansicht waren, dass Coaching nicht virtuell angewendet werden kann, kann ich Ihnen hier nun Neuigkeiten berichten.

Praxiserfahrung:
Als weiteres, ergänzendes Format setzte ich bereits Mail-, Telefon- und Online-Coaching ein. Das bedeutet, dass ich eine Mischung aus Präsenz- und Virtuell-Coaching von Anfang an bevorzuge – das sogenannte „Blended Learning“.

Die Coachees, die etwas weiter weg wohnen, haben den Vorteil, dass ich auch zwischen den vereinbarten Terminen greifbar bin und sie ad-hoc auf mich zukommen können.

Die Zeit für die An- und Abreise entfällt – der zusätzliche Zeitaufwand entfällt. Und wenn dann zwischendurch der räumliche Abstand zur Arbeit gebraucht wird, vereinbaren wir einen Präsenz-Termin.

So kann ich mir ohne weiteres vorstellen weltweites Coaching durchzuführen.

Wichtige Coaching-Elemente sind:

verschiedene Sinneskanäle, Körpersprache und der Beziehungsaufbau. Wenn Sie sich jetzt die Frage stellen, ist das im virtuellen Coaching genauso effektiv wie „richtiges“ Coaching, dann kann ich Ihnen klar sagen „JA“.

Ich gestalte die klassischen Interventionen so um, dass sie auch im virtuellen Coaching, also online, wirken. Die eigentlichen Methoden lassen sich nicht eins zu eins im virtuellen Coaching umsetzen. Hier braucht es neue kreative Vorgehensweisen, die auf solidem Wissen und Wirkfaktoren aufgebaut sind.

Je nach Häufigkeit ist die Bindung im virtuellen Coaching höher als im analogen. Im virtuellen Coaching sind die Zeitintervalle kürzer dafür häufiger aufeinander folgend. Wie auch im analogen Coaching werden die Sessions ganz individuell auf die Bedürfnisse der Coachees zugeschnitten, was essenziell für den Erfolg ist z. B. auch im Leadership-Coaching. Maßgeschneidertes Abholen der Menschen in ihren Situationen trägt zu zielorientierten Lösungen bei.

Und wer beim Präsenz-Coaching bleiben möchte – bitte sehr – Sie haben immer Wahlmöglichkeiten, wählen Sie das Coaching, das Ihnen gut tut.

Einige Methoden, die sich für das virtuelle Coaching eignen:

  • Stärken-/Schwächen-MindMap
  • Inneres Team
  • Aufstellungsarbeit
  • Selbstmanagement
  • Energiebilanz
  • Situations-Analysen
  • Strategie-Entwicklung
  • Bewerbungen
  • v.m.

Siehe auch hierzu den Blogeintrag von Peter Wegner https://kybos-erfolgsideen.blog/2018/01/24/der-call-coach/

So baue ich die Beziehung zu Ihnen als Coach auf

Die Unternehmen, die bereits den digitalen Wandel vollzogen haben und ständig virtuell kommunizieren sind es gewohnt die Beziehungen anders aufzubauen. Das geschieht durch einen SmallTalk, dem Interesse an der Person gegenüber und zeigt, dass wir in der Lage sind sehr schnell zwischen analog und virtuell zu switchen.

Wir können uns genauso zu einem Kaffee treffen, wie „persönlich“, nur das jeder seine eigene Tasse mitbringt. Eine Unterhaltung über den Tagesverlauf, den momentanen Aufenthaltsort oder, oder oder können wir genauso führen.

Worauf achte ich beim Beziehungsaufbau?

Hinhören, hinschauen steht an vorderster Stelle. Die Hinweise zwischen den Antworten hören, die Art und Weise wie gesprochen wird aufmerksam verfolgen – ist die Stimme stark, schwach, zögerlich, spontan, ist da ein Zittern in der Stimme…

Wohin geht der Blick? Ich beobachte die Augen, die mir gerade den Hinweis geben wo der Coachee gedanklich unterwegs ist. Auch die Kopfhaltung sagt viel über die emotionale Haltung meines Gegenübers.

Fragetechniken sind elementar, um empathisch nachfragen zu können, um evtl. Irritationen hinterfragen zu können, um eine Tiefe entstehen zu lassen.

Ich überprüfe ständig die Wirksamkeit, jede Situation ist sehr spezielle und individuell.

Wir arbeiten an Lösungen, diese werden immer schriftlich festgehalten und der Coachee kann diese im richtigen Arbeitsleben ausprobieren – wie klappt es – also, ist es umsetzbar. Was für Erfahrungen habe ich gemacht und vielleicht, wie hat mein Umfeld die Veränderung wahrgenommen.

Hier gilt: eine Lösung ist keine Lösung

Der Coachee entwickelt seinen Stufenplan und schickt diesen per Screenshot oder als Datei zu mir rüber. Teilweise bieten Plattformen auch das gleichzeitige Bearbeiten von Dokumenten an – so z.B. MS-Teams.

Bei manchen Sessions arbeite ich mit der FlipChart, was mir persönlich einen großen Bewegungsspielraum gibt. Das kann der Coachee auch für sich machen. Es gibt Tisch-FlipCharts die direkt in der Kamera zu sehen sind.

Mein Fazit:

Virtuelles Coaching ist eine zeitgemäße Ergänzung zu dem Präsenz-Coaching. Weshalb sollten interessierte Menschen kein Coaching erhalten, nur weil sie gerade in der Weltgeschichte umherreisen, weshalb sollte ich mich regional einschränken? Die Arbeitswelt 4.0 ist geprägt von virtuellen Teams, da kommt das virtuelle Coaching gerade recht.

Wenn Sie jetzt Lust bekommen haben und mehr wissen wollen, dann schreiben Sie mir eine Mail an heinzelmann@kybos-training.de. Recherchieren Sie selbst im Internet, Sie werden einige Plattformen finden auf denn sich die Coaches anbieten und Sie wählen den für Sie und zum Thema passenden aus.

Bis bald! Wir erreichen gemeinsam die nächst höherer Stufe für Ihre Vorhaben. Und das mit einer Effektivität ohne Abstriche.

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Gabriele H. Heinzelmann, Prozessbegleiterin im Coaching und in der Organisation

 

Anhang: Hinweise für Coaches

Welche unterschiedlichen Kanäle gibt es?

  • Auditive Kanäle wie Telefon oder Skype ohne Video
  • MS-Teams oder Skype mit Video als visuellen Kanal, Videokonferenz-Systeme
  • Asynchrones Coaching per Mail, also den reinen Textkanal wozu auch WhatsApp oder ein Chat genutzt werden könnte.

Welche Tools gibt es?

  • Online-Coachingplattformen die auf bestimmte Coachingmethoden aufbauen oder solche, die eine breite Palette bieten.Hierzu gehört z.B. das Whiteboard, MindMapping-Tools, Zeichentools, Kartenmethoden, eine Bildergalerie, Inneres Team, Ressourcen-Baum, das Einbinden von Präsentationen etc.
    Schön ist auch, wenn eine Aufgabenliste integriert ist.Hier ein Beispiellink: https://www.cai-world.com/coaching-tools
  • Es muss nicht sein, aber es ist schön, wenn jeder Coachee seinen eigenen individuellen Bereich hat in dem er seinen Prozess jederzeit wieder nachvollziehen kann. Von dem Erstgespräch über die Auftragsklärung und die einzelnen SessionsHier ein Beispiellink: https://www.cai-world.com/coaching-prozess

Kosten hierfür zwischen 30,00 EUR und 100,00 EUR monatlich. Es gibt auch kostenlose Plattformen die viele Möglichkeiten bieten – machen Sie sich schlau 😊 z.B. Web Whiteboard von www.awwapp.com.

 

Kategorien Change-Management, Coach, Führen, Führung, Feedback, Kommunikation, Mitarbeiter, Motivation, Organisationsentwicklung, Rhetorik, Team-Entwicklung, Ziele

3 Kommentare zu „Vom analogen zum virtuellen Coaching – das spricht dafür

  1. Danke für die Einblicke in die Möglichkeiten des virtuellen Coachings!
    Mir macht es Freude, dass Gabriele und das Team von KYBOS daran arbeitet, Führungskräften und MitarbeiterInnen raschen Zugang zu Coaching zu ermöglichen. Meine Erfahrung: viele wünschen sich „Coaching-On-Demand“ – mit der digitalen Technik kann man diesem Ziel durchaus näher kommen.

    1. Gabriele H. Heinzelmann Februar 3, 2019 — 11:04 am

      Ja, Gregor, da sind wir einer Meinung – Industrie 4.0 und die Digitalisierung brauchen Methoden, die zu der Unternehmensausrichtung/-Kultur passen. Das virtuelle Coaching gehört hier dazu.

  2. Virtuelles Coaching? Erst war ich skeptisch, aber der Artikel macht mich neugierig und zeigt sehr gut die Chancen auf! Danke!

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