Anpacken statt Aufschieben

Diese 11 Tipps machen Sie zum Umsetzungsmeister

Es ist zum Verzweifeln…

Sie haben viel zu tun.

Die Arbeit stapelt sich.

Termindruck ohne Ende.

Und was tun Sie?

Nichts!

Oder zumindest nicht viel.

Vielleicht haben Sie sich schon den zweiten Kaffee organisiert und sich gesagt „Jetzt fange ich wirklich an!“ – aber Sie werden nicht produktiv. Die Zeit vergeht, der Druck steigt…

Dieses Verhalten wird landläufig Aufschieben oder Trödeln genannt. Wissenschaftlich gesprochen: Prokrastination.

Auch wenn Sie das jetzt sicher nicht beruhigen wird – Sie sind nicht allein!
Jeder Mensch kommt in Situationen, wo er eine Verpflichtung lieber auf die lange Bank schiebt, statt sie zu erledigen.

Aber wie können Sie dem Aufschieben begegnen?

Selbstakzeptanz

Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die ihr Selbstwertgefühl stark an die erbrachte Leistung koppeln. Wenn die Leistung nicht Ihren Erwartungen entspricht, geben Sie sich selbst eine negative Rückmeldung. Das ist natürlich nicht angenehm. Und um das zu vermeiden setzen Sie sich gar nicht dieser Situation aus, sondern unternehmen – nichts. Das kann dazu führen, dass Sie sich selbst als Aufschieber sehen, der nichts leistet. Daher:

  • Machen Sie Ihren Wert als Person unabhängig von der Leistung, die Sie erbringen.
  • Gehen Sie freundlich mit sich um.
  • Vermeiden Sie negative Selbstgespräche.

Übersicht über Ihre Aufgaben

Eine weitere Strategie um Aufschieben zu vermeiden besteht darin, Klarheit zu gewinnen.

Diese Klarheit zu erreichen ist ganz einfach:

Setzen Sie sich hin und schreiben Sie alles auf, was Sie erledigen müssen. Das Ziel sollte sein, dass Sie alles, was Sie beschäftigt zu Papier bringen. Eventuell benötigen Sie mehrere Anläufe um eine vollständige Übersicht zu erreichen.

Was haben Sie damit erreicht?

Auf diesem Weg entlasten Sie ihr Absichtsgedächtnis.

Dieses Gedächtnis ist dafür zuständig, Vorhaben zu speichern. Das Absichtsgedächtnis sorgt dafür, dass Sie geplant und überlegt an eine Sache herangehen. Das ist nützlich, denn zu viel Spontaneität kann schaden.

Ist Ihr Absichtsgedächtnis jedoch überfüllt, dann kommen Sie im schlimmsten Fall gar nicht mehr ins Tun.

Die Übersicht kann Ihnen helfen, sich eine Aktivität herauszunehmen und diese dann anzufangen.

Einfach anfangen

Gehören Sie zu den Menschen, die einen besonderen Moment abwarten, um in die Gänge zu kommen? Sagen Sie öfter zu sich: „Jetzt bin ich gerade nicht in der richtigen Stimmung…“ Lassen Sie das lieber! Denn der richtige Moment kommt selten. Zählen Sie lieber bis 3 und dann los…

Vertrag mit sich selbst

Um das Loslegen zu erleichtern hilft ein Vertrag mit sich selbst. Das Ziel: ins Tun zu kommen.

Wie funktioniert das?

Besorgen Sie sich einen Wecker oder nutzen Sie die Uhr Ihres Smartphones. Vereinbaren Sie mit sich selbst, dass Sie jetzt 10 Minuten an der Aufgabe arbeiten werden. Legen sie dann los! Wenn der Wecker läutet, überprüfen sie für sich, ob sie mit der Aufgabe fortfahren möchten. In aller Regel ist es so, dass man eine begonnene Tätigkeit auch fortsetzt. Wenn sie allerdings zu dem Schluss kommen, dass die Aufgabe Sie nicht mehr interessiert, dann hören Sie auf!  

Schwieriges zuerst

Manche Menschen sind Künstler darin, die unangenehmsten Pflichten ewig vor sich her zu schieben.

Gehören Sie auch dazu?

Mein Tipp: wenn Sie Ihren Arbeitstag beginnen suchen Sie sich gleich die unangenehmste Tätigkeit heraus. Glauben Sie mir: wenn Sie diese Aufgabe erledigt haben, werden Sie sich gleich viel besser fühlen!

Für positive Stimmung sorgen

Um ins Handeln zu kommen genügt es leider nicht, nur zu wollen. Es heißt zwar: „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg“ – aber das Problem beim Aufschieben besteht ja häufig darin, dass der Weg nicht begangen wird.

Was ist hier zu tun?

Um den Umsetzungsturbo zu zünden ist es notwendig in eine gute Stimmungslage zu kommen.

Es ist typisch für den „Aufschiebemodus“, dass man sich in einer lustlosen Stimmung befindet.

Umgekehrt gilt: eine freudige Stimmungslage führt automatisch zu Handlungsenergie. Das kennen Sie bestimmt auch vom eigenen Verhalten. Eine unattraktive Tätigkeit wird gemieden und man beschäftigt sich mit Arbeiten, die lustvoller sind.

Natürlich haben Sie es an Ihrem Arbeitsplatz nicht nur mit spannenden Aufgaben zu tun. 

Eine Strategie um die Stimmungslage zu verbessern ist, sich selbst zu belohnen. Machen Sie sich hierzu einen „Wenn…. Dann…. – Plan“. Sie schreiben sich also auf: „Wenn ich das erste Kapitel dieses Berichtes durchgegangen bin dann mache ich eine Kaffeepause von 10 Minuten.“

Ein anderer Ansatzpunkt besteht darin, sich auf dem Weg ins Büro konkret auf etwas zu freuen.

Wenn Sie Führungskraft sind sorgen Sie für ein wertschätzendes Klima. Studien haben gezeigt, dass ein positives Arbeitsklima zu höherer Einsatzfreude führt. Geben Sie Ihren Mitarbeitenden Anerkennung. Sorgen Sie für ein konfliktfreies Arbeitsklima.

Und last but not least: Loben Sie sich selbst!

Schluss mit Träumereien

Die Imaginationsfähigkeit ist eine Besonderheit von uns Menschen.

Wir können der Realität entfliehen, indem wir uns eine andere Wirklichkeit vorstellen.

Ziele zu imaginieren ist eine Kompetenz, die man gar nicht hoch genug einschätzen kann.

Der Grat zwischen Ziel und Träumerei ist ein schmaler – und der heißt: realistisch.

Sie sollten sich darin üben, realistische Ziele zu entwickeln.
Das sind Ziele, die Sie auch mit entsprechender Anstrengung erreichen können. Dazu gehört es, dass Sie Ihre persönliche Eigenart ebenso gut kennen wie Ihre individuelle Motivationslage. Daraus können Sie dann Ziele ableiten und verfolgen, die Sie anspornen, Ihr Bestes zu geben.

Wenn Sie sich darin üben, realistische Ziele zu setzen, laufen Sie auch weniger Gefahr, diese Ziele andauernd zu verfehlen. Dauerhaft verfehlte Ziele können auch eine Ursache für das Aufschieben sein. Da kein Mensch auf Dauer von Misserfolg zu Misserfolg fortschreiten möchte, kann die Schlussfolgerung sein, besser nichts zu tun.

Realistische Planung

Eine weitere Ursache für das Aufschieben ist die Tendenz, zu viel in den Tag hineinzupacken. Wem das häufig geschickt, dem empfehlen wir die Arbeitsmenge drastisch zu reduzieren und auch den geschätzten Arbeitsaufwand zu verdoppeln.

Konzentration

Wenn Sie wirklich produktiv sein möchten ist es notwendig, dass Sie Ihrem Gehirn auch die Möglichkeit dazu geben. Das erreichen Sie in aller Regel dadurch, dass Sie sich konzentriert mit einer Sache beschäftigen.

Eine halbe Stunde konzentrierte Arbeit ohne Unterbrechungen ist für die Produktivität Gold wert.

Konkret bedeutet das, alle externen Unterbrechungen auszuschalten. Kein Smartphone, keine Emails, keine KollegInnen die „nur mal kurz“ vorbeikommen.

Auch Ihr Schreibtisch sollte aufgeräumt sein. Ein mit Papieren übersäter Arbeitsplatz ist ein permanenter Stressor, der Unruhe erzeugt und Konzentration verhindert.

Sie sollten auch die inneren Ablenker unterbinden. Das sind Gedanken und Handlungsimpulse (z.B. schnell einen Kaffee holen, einen Kollegen besuchen, Emails checken) die sich während Arbeit aufdrängen.

Störende Gedanken können Sie in ein Heft notieren.

Bei plötzlichen Handlungsimpulsen müssen Sie schon etwas trickreicher vorgehen. Hier ein paar Strategien, die helfen können:

  • Machen Sie einen Vertrag mit sich selbst („Wenn es 10:30 Uhr ist, hole ich mir den Kaffee!“)
  • Schauen Sie gezielt auf die positiven Seiten der aktuellen Arbeit („Wenn ich das geschafft habe, dann wird der Kunde von mir positiv überrascht sein.“)
  • Geben Sie sich selbst positive Rückmeldung („Du bist so gut vorangekommen bisher – das kleine Stück schaffst Du auch noch!“)

Tagebuch

Schreiben Sie am Ende des Tages auf, was Sie heute geschafft haben. Loben Sie sich und feiern Sie Ihre Erfolge.

In dieses Tagebuch nehmen Sie auch die Unterbrecher, Ablenker und Störfaktoren auf. Diese können Sie dann gezielt bearbeiten und Schritt für Schritt eliminieren.

Selbstverpflichtung

Sie gehören sich auch zu den Menschen, gegenüber anderen als verlässlich dastehen wollen. Das können sie ausnutzen, indem Sie anderen davon erzählen, was Sie vorhaben. Wenn Sie zu einer Kollegin sagen: „Heute Vormittag schreibe ich das Konzept für Herrn Walter! Kann ich Dir das dann heute Mittag zeigen?“ ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie tatsächlich daran arbeiten.

Wie geht es weiter?

Wie Sie gesehen haben ist das Aufschieben nicht mit einer Maßnahme zu beheben. Das liegt daran, dass das Aufschiebeverhalten ein Resultat Ihrer Persönlichkeitsstruktur, Ihren Motiven und Ihren Selbststeuerungskompetenzen ist. Mehr Hinweise dazu erhalten Sie hier…

Wenn Sie gezielt Ihre Performance verbessern wollen, bieten wir Ihnen ein individuelles Coachingprogramm an. Sie erhalten eine umfassende Persönlichkeitsanalyse (TOP-Diagnostik von Julius Kuhl). Aufbauend auf dieser Stärken- und Schwächenanalyse erhalten Sie ein auf Ihre Bedürfnisse abgestimmtes Programm – damit Sie noch heute den Umsetzungsturbo zünden können!

Gerne mache ich Ihnen ein individuelles Angebot. Sie erreichen mich per Email:  heise@kybos-training.de

Über Ihre Kommentare freue ich mich besonders:

5 Kommentare zu „Anpacken statt Aufschieben

  1. Super Beitrag und sehr praxisnah. Vielen Dank

  2. Gabriele H. Heinzelmann Februar 3, 2019 — 11:11 am

    Aufschieberitis – Innerer Schweinehund – wer kennt das nicht. Dein Beitrag lieber Gregor hat mir gut gefallen. Der Vertrag mit mir selbst und die Erfolge feiern, das, so glaube ich, sind ganz elementare Punkte in Sachen Selbstmanagement. Eine schöne Methode die deine Beschreibung unterstützt ist die Pomodoro-Technique. Wie ich an deinem Beitrag wieder sehen kann, ist das Kybos-Trainer-Team sehr vielseitig und daher können wir alle zusammen den ganzheitlichen Ansatz bieten. Das zeichnet uns aus!

  3. Sehr hilfreiche Tipps, die in der Praxis weiter helfen!

  4. Hat dies auf Kybos-VertriebserfolgmitSystem rebloggt und kommentierte:

    Kennen Sie das: Unangenehme Dinge werden aufgeschoben. Der „schwierige“ Kunde wird nicht angerufen, der Besuchsbericht wird nicht geschrieben, die Umsatzplanung dem Chef nicht geliefert. Das Resultat: Druck durch Kunde, Kollege oder Chef und damit Stress. Hier erfahren Sie, wie Sie diesen vermeiden!

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