Gebt den Kindern Fantasie und der Welt eine Zukunft

Intellekt

Der Intellekt ist ein philosophischer Begriff. Er bezeichnet die Fähigkeit, etwas geistig zu erfassen und die Instanz im Menschen, die für das Erkennen und Denken zuständig ist. „Intellekt“ wird oft als Synonym für „Verstand“ verwendet, kann aber auch die Bedeutungen „Vernunft“, „Bewusstsein“ oder „Geist“ haben. Wikipedia

Intellektueller

Als Intellektueller wird ein Mensch bezeichnet, der wissenschaftlich, künstlerisch, philosophisch, religiös, literarisch oder journalistisch tätig ist, dort ausgewiesene Kompetenzen erworben hat und in öffentlichen Auseinandersetzungen kritisch oder zustimmend Position bezieht. Wikipedia

Industrie 4.1

In den vergangenen Ausgaben von Mensch und Management haben wir aus den unterschiedlichsten Richtungen die Einflüsse, Veränderungen, Risiken und Chancen der Digitalisierung beschrieben und aus den unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet.

Jede industrielle Revolution hat in der Vergangenheit für einige Menschen ihre Chance und Zukunft bedeutet und für andere Bevölkerungsteile Armut, Krankheit und Tod. Warum war das so und was ist dieses mal anders?

Was können wir aus der Erfahrung der Vergangenheit lernen, um diese Veränderungen zu gestalten und die Zukunft für die Gesellschaft als Ganzes in die Hand zu nehmen?

Ich versuche hier durch meine Thesen die Diskussion und das Nachdenken anzuregen. Ich erwarte nicht das jeder Mensch diese Gedanken mit mir teilt aber vielleicht nutzt darüber nachzudenken.

Warum sind die ersten industriellen Revolutionen so dramatisch für einige Teile der Gesellschaft verlaufen?

Es war nicht die sich veränderte Technik (Dampfmaschine, Elektrifizierung, Auto), sondern die Kommunikation. Die Menschen hatten für ihre Verhältnisse kaum die Möglichkeit, aufgrund der Zeit die eine Information benötigte, eine Chance Strategien zu entwickeln um diesen neuen Entwicklungen zu begegnen.

Zum einen standen die Kommunikationsmittel nur Privilegierten zur Verfügung und die breite Masse wurde mehr oder weniger von dieser Entwicklung überrascht. Entsprechend gab es kaum die Möglichkeit gerade bei den Beziehern kleiner und mittlerer Einkünfte mittelfristig darauf zu reagieren, weil einfach die finanziellen Mittel fehlten. Ein staatliches Schulwesen war noch nicht sonderlich ausgeprägt und der Anteil der Analphabeten im Vergleich zu heute war sehr hoch.

Viele Menschen verdienten ihr Geld zum Leben, im wahrsten Sinn des Wortes mit ihren Händen. Maschinen ersetzten immer mehr ihre Hände und aufgrund der fehlenden Bildungsinfrastruktur und der sozialen Absicherung hatte diese Veränderung so schwerwiegende Folgen.

Es waren Einschnitte in Familienstrukturen und gesellschaftliche Stände, die gewachsene Strukturen aufbrachen und erst einmal ein Vakuum hinterließen, ohne Einkommen und soziale Sicherheit, gerade in den schweren Wintermonaten. Das forderte gerade in den Familien, bei den Kindern und Alten hohe Opfer.

Ende des 19. Jahrhunderts schuf Otto von Bismarck die deutsche Sozialversicherung. Die Gründe, die ihn dazu veranlassten lassen wir hier jetzt mal außen vor, sondern würdigen nur die Tatsache, dass er diese geschaffen hat und damit die Grundlage für die spätere „soziale Marktwirtschaft“.

Nun was hat sich im Laufe der Jahre geändert?

Durch die allgemeine Schulpflicht und der Sozialversicherung sind wir in Deutschland und Europa in einer soliden Ausgangssituation, die Industrialisierung zu gestalten und mit ihr zu wachsen. Anders ist allerdings diesmal, dass die Gestaltung sich nicht auf eine elitäre Minderheit beschränkt, sondern von großen Teilen der Gesellschaft getragen und gestaltet werden könnte.

Die letzten 20 Jahre haben die Kommunikation revolutioniert. Noch nie waren Informationen so schnell und umfassend verfügbar wie jetzt. Die Kommunikationsgeräte wie Smartphones werden immer kleiner, leistungsfähiger und günstiger. Diese Entwicklung wirkt sich auf unser Leistungs- und Konsumverhalten aus. Produktionsabläufe und Leistungsangebote verändern sich, passen sich dem technisch Machbaren an. Unser Konsumverhalten entwickelt sich Richtung Onlineshopping und Filme sehen wir nicht mehr im Kino, sondern auf Netflix im TV. Die Playstation übernimmt die Freizeitgestaltung und soziale Kontakte außerhalb der Arbeitswelt beschränken sich auf ein Minimum. Wir lassen uns berieseln. Aber wo ist unsere Fantasie hin? Der Staat gibt uns durch die Bildungspolitik die Möglichkeit unser ganzes Leben zu lernen, uns zu entwickeln. Noch nie gab es eine Gesellschaft mit einem so hohen Bildungsgrad wie heute. Der große Teil unserer Gesellschaft kann lesen, nur tun dieses immer weniger.

Technische Veränderungen haben ihre Auswirkung auf die Gesellschaft. Um sie gestalten zu können, benötige ich Fantasie. Fantasie, mit der ich eine Vorstellung entwickeln kann wie diese Zukunft aussehen kann und wie ich mich mit meinen Fähigkeiten, Kenntnissen und Erfahrungen einbringen will.

Was ist der Unterschied zwischen Film anschauen und einen Roman lesen? Beim Film übernehme ich die Fantasie des Drehbuchautors und was die Schauspieler und die Technik daraus machen. Das Lesen gibt mir die Freiheit, meine ganz persönlichen Bilder zu der Geschichte zu entwickeln mit meiner individuellen Dramaturgie, Farben und Intensität.“ Lesen ist der Grundstein für die Gestaltung unserer Zukunft.“ Das ist sicher eine gewagte These .

Wenn wir also festhalten, dass die Auswirkungen der jeweiligen industriellen Revolution auf die Gesellschaft durch ein organisiertes und allgemeines Bildungswesen positiv auf den Nutzen ausgewirkt hätte, sollten wir jetzt unsere Schlüsse daraus ziehen.

Es genügt nicht den Bildungsauftrag an die Bundesländer zu binden und nach mehr Lehrern zu schreien. Es ist eine Gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die jedes Mitglied verantwortungsvoll wahrnehmen sollte. Genau das ist aber das Problem, da wir die letzten Jahrzehnte dazu erzogen wurden die Lösung von Problemen dem Staat zu überlassen. Ich erinnere an die Harz IV-Gesetze, Rentenreform und Steuerpolitik.

Die Verantwortung für die Sicherung einzelner gesellschaftlicher Gruppen (ältere Mitarbeiter, Menschen mit Handikap), konnten Unternehmen und Familien über die Jahre an die staatlichen Institutionen übertragen. Das staatliche Bildungswesen ist nur ein Stein im Gesamtmosaik. Der Staat kann aber nur einen Teil der gesamtheitlichen Aufgaben von Sicherung und Entwicklung übernehmen, vergleichbar mit Basissicherung und -bildung.

2 Kommentare zu „Gebt den Kindern Fantasie und der Welt eine Zukunft

  1. Gabriele H. Heinzelmann Mai 6, 2020 — 5:55 am

    Das ist ein Aufruf sein Leben, seine Eigenständigkeit wieder selbst in die Hand zu nehmen. Bravo!

  2. Vielen Dank für den Appell, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen! In einer komplexen Welt gibt es nicht mehr den einen großen Problemlöser – weder zu Hause, noch im Unternehmen oder gar auf der Ebene des Staates. Selbständigkeit, Selbstverantwortung und letztlich Selbstwirksamkeit sind gefragt. Alles Ideen, die sich im Konzept von New Work wiederspiegeln: https://www.kybos-transformation.com/newwork

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