Die Angst des Schützen beim Elfmeter

oder wie man dem Druck standhält.

Man schaut als Zuschauer gebannt hin, wenn der Schütze beim Elfmeter im Fußball anläuft und versucht, den Ball im Tor des Gegners zu versenken. Wer mal selbst in der Situation war, weiss, wie klein das Tor plötzlich erscheint und wie riesig der Torhüter. Der Puls geht hoch, das Adrenalin schießt durch die Adern. Jetzt gilt es!

Obwohl Profis regelmäßig Elfmeter trainieren, verschießen selbst die Größten der Branche immer wieder mal einen Strafstoß. Das vielfach Trainierte wird nicht abgerufen.

Auch im Arbeitsleben gibt es häufig Drucksituationen. Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gaben 50% von 17.000 Befragten an, häufig unter starkem Termin- und Leistungsdruck, ähnlich der Situation beim Elfmeter, zu stehen.

Verlustängste führen zum Versagen

Neurowissenschaftler Simon Dunne vom California Institute of Technology konnte mit seinem Team nachweisen, dass wenn Menschen unter Druck ihr Bestes geben sollen, die Wahrscheinlichkeit für Fehler und Scheitern steigt.

Insbesondere wer etwas gewinnen kann, aber eine hohe Verlustaversion mitbringt, also eine Angst vor Verlusten besitzt, erleidet besonders schnell Leistungseinbrüche unter Druck. Wer nichts verlieren kann, so die Forscher, versenkt, sinnbildlich gesprochen, den Ball mit hoher Wahrscheinlichkeit im Netz.

„Wenn du nicht besser wirst, muss ich dich entlassen!“ hilft zumeist nicht.

Führungskräfte sollten deshalb ein Klima der Angst vermeiden. Wer regelmäßig mit Abmahnung oder gar Kündigung droht, trägt selbst dazu bei, dass Menschen Fehler machen und ihre Ziele nicht erreichen. Vielmehr gilt es Ursachen für Minderleistung herauszufinden und Maßnahmen mit den Mitarbeitenden zu ergreifen, die Schritt für Schritt dazu führen, dass Menschen sich aus einem Leistungstief heraus entwickeln können. KATA-Coaching statt Druck, Druck, Druck ist hier gefragt.

Weiterhin konnten die kalifornischen Neurowissenschaftler aufzeigen, dass Menschen, die sich vorstellen, sie hätten bereits das Preisgeld, die Belohnung bekommen oder den Elfmeter erfolgreich verwandelt, und müssten lediglich ihren Preis durch die Ausübung einer Aktion verteidigen, deutlich seltener versagten. Durch die Umdeutung erleben die Teilnehmer deutlich weniger Stress.

Mentale Gymnastik hilft!

Stellen Sie sich vor, Sie hätten Ihr Ziel, den neuen Job, das Verhandlungsziel beim Kunden, etc. bereits erreicht und schon mindert sich die Versagensangst.

Die Psychologen sprechen hierbei von Reappraisal. Dabei wird eine Situation kognitiv neu bewertet. Wer also Stress als hilfreich und nicht als schädlich ansieht, leidet deutlich weniger darunter. Aus Druck wird eine spannende Herausforderung. Wer körperlich anstrengende Arbeit als Training umdeutet, wird fitter.

Verwandeln auch Sie Ihren Elfmeter!

1 Kommentar zu „Die Angst des Schützen beim Elfmeter

  1. Ein interessanter Ansatz. Könnte auch in der Telefonakquise helfen, mentale Hürden zu überwinden. Ich teste es mal gerne aus.

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