Warum verstehen sie mich nicht?

von Antonios Alexoudas

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Haben Sie auch manchmal das Gefühl, dass Sie mit Personen über ein Thema reden und jeder berichtet unterschiedlich darüber? Sie fragen sich, wie ist das möglich.

Ein Beispiel dafür, was im Alltag häufig anzutreffen ist, ist die Beschreibung eines Autounfalls. Nehmen Sie den Unfallverursacher, den Geschädigten und Zeugen, die den Hergang schildern sollen. Polizisten berichten in diesen Fällen immer wieder, wie unterschiedlich der Unfall in seinem Ablauf beschrieben wird.  Daraus leitet sich  der Satz ab:

„Es gibt mehr als eine Wahrheit“

Wir Menschen haben sogenannte neurologische Filter, wir nehmen nur einen kleinen Teil der Realität wahr.  Die Welt, die wir kennen, ist nicht die Welt, wie sie ist. Wir sehen einen Bruchteil, hören und schmecken unterschiedlich und im Vergleich zu anderen Lebewesen auch manchmal schlechter.

Selbst unter uns Menschen, gibt es diese Unterschiede, die aber auch durch andere Filter hervorgebracht werden. Da ist zu einem der kulturelle Filter, der die Einschränkungen der Wahrnehmung durch die Gesellschaft und das Umfeld kommt. Als Beispiel sei der Eskimo genannt, der unterschiedliche Arten von Schnee kennt oder das Umfeld in dem Kinder aufwachsen und im Laufe der Jahre an Erfahrungen gewinnen oder diese ihnen  vorenthalten werden.

Ein zweiter Filter ist der individuelle Filter. Hier geht es um die persönliche Erfahrung, die der Mensch hat, dies kann eine Einschränkung sein oder einen Vorteil haben. Vielleicht haben Sie auch die Erfahrung gemacht, dass auf einer Party, die laut ist, Sie ihrem Partner zuhören können und den Lärm im Hintergrund ausblenden.

Filter steuern unsere Wahrnehmung

Schließlich haben wir Menschen, oft die Angewohnheit bestimmte Erfahrungen als generell anzunehmen. Wir Generalisieren diese Erfahrungen,  als Beispiel sei genannt, dass wir Menschen, die nicht so aussehen wie wir, europäisch, oder eine andere Hautfarbe haben, wir etwas vorsichtiger gegenüber sind. Solche Generalisierungen finden sich auch unter den Geschlechtern. So dass es Behauptungen gibt, die einen könnten etwas besser als die anderen, z.B. Auto fahren.

Wir tilgen auch oft gerne Informationen. Sei es um eine Reizüberflutung zu vermeiden oder wir denken, dass die eine oder andere Information nicht wichtig sei. Was bei einer Zeugenaussage vielleicht fatale Folgen haben kann oder bei einer partnerschaftlichen Beziehung zu Stress führt.

Schließlich verzerren wir oft unsere realen Erfahrungen, wir gestalten diese neu und geben Sie verändert wieder weiter.  Ein Beispiel sei genannt, wenn Menschen beim Militär gedient haben, werden Ereignisse verharmlost oder nur die „Guten Momente“ erzählt.

Die ganzen Filter helfen uns im Alltag vor Reizüberflutung. Andererseits können Sie zu Problemen führen, wenn wir die eigene Wahrnehmung für die objektive Realität halten. Dies ist leider heutzutage auf unserer Welt zunehmend der Fall. Auf Beispiele will ich jetzt aber nicht eingehen. 😉

alexoudas_grauAntonios Alexoudas

Er ist Diplom-Ingenieur für Chemische Technologie und verfügt über 15 Jahre Erfahrung im Vertrieb – davon mehr als 10 Jahre als Vertriebsleiter. Er hat sich zum Marketing-Kommunikationsökonom weiter gebildet und ist NLP Master Practitioner sowie  Psychologischer Managementtrainer. Als Trainer und Coach hat er sich auf die Themen Führung und Vertrieb spezialisiert. Zudem arbeitet er als Supervisor und Moderator.

Weitere Infos: Antonios Alexoudas

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5 Kommentare zu „Warum verstehen sie mich nicht?

  1. Ja die Wahrnehmung ist schon eine merkwürdige Sache….
    Einer meiner weisen Mentoren meinte einmal: „Es ist, wie man es sieht.“
    Damit ist wohl so ziemlich alles gesagt – sowohl in positiver Hinsicht (wenn man sich Dinge einfach schönfärbt oder die Wahrnehmung von Gefühl steuern lässt wie bei der ersten Liebe) und auch in negativer Hinsicht, wenn man mit Tunnelblick auf die Wirklichkeit losgeht…

  2. Gerade weil die Wahrnehmung so unterschiedlich ist, ist mir das aktive Zuhören so wichtig. Viele Gesprächspartner am Telefon reagieren auf bestimmte Schlüsselwörter und verschliessen danach ihre Ohren. Da braucht es manchmal viel Geduld.

  3. Hat dies auf Kybos-VertriebserfolgmitSystem rebloggt und kommentierte:

    Kunde und Verkäufer reden ja auch allzu oft aneinander vorbei. Geeignet Fragetechniken sowie Aktives Zuhören helfen, sich gegenseitig besser zu verstehen.

  4. Feedback und/oder Selbstreflexion sind hier Schlüsselkompetenzen. Blinde Flecken selbst erkennen oder sich Feedback-Partner (Vertrauenspersonen) suchen, die aufmerksam sind und dann ehrlich zu mir, wenn bei mir Wahrnehmungsfehler auftreten. Sehr wertvoll und effektiv.

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